Freude an der Makrofotografie

3:45 Ein ächzendes Geräusch reißt uns aus dem Schlaf. Der Wecker klingt  um diese Uhrzeit  sehr gequält,  Wochentags empfinde ich sein klingeln erheblich freundlicher. Schnell habe ich ihn von seinen Qualen erlöst …ein zufriedenes monotones Ticken ist mein Lohn. Trotz starker Müdigkeit erkenne ich, dass es wie aus Kübeln schüttet. Das hatten uns die Meteorologen am Vorabend aber noch anders erklärt….. 

 

 

4:30 Auf der Fahrt ins Revier noch schnell bei bei der ASFINAG Raststation vorbei, Kaffee to Go wird unsere Sinne beleben. (an den Quatsch, dass dies ein sprudelndes Wasser kann, glaube ich zumindest nicht!). Zwei an eine Säule gekettete Hunde erschweren uns den Zugang zum Kaffeeautomaten, das Herrchen schläft seelenruhig  hinter der Raststation weiter. Entschlossen nehmen wir den Kaffeeautomaten ein, wir sind unaufhaltsam. 

 

5:00 Ankunft im Revier. Ich liebe diese Morgen, wenn alles so still ist und nur der Scheibenwischer und das monotone Klopfen des Regens zu hören ist. Eigentlich sollte es hier trocken bleiben….was soll’s. Meine Frau springt voller Datendrang aus dem Auto…. ich „hechte“ nach, wenn auch ein wenig gelassener. 

Trotz des Regens schnappten wir unsere Ausrüstung und machten uns auf den Weg. Am Vorabend hatten wir ein paar Falter auf einer Anhöhe entdeckt, da geht es jetzt hin. Nach den ersten paar Schritten durchs nasse Gras werden meine Fußsohlen schon vom kalten Nass umspült. Synergieeffekt oder nur falsche Schuhwahl...., ich vermute 2teres.

 

5:30 Die Ersten Versuche, unsere Motive ansprechend abzulichten misslingen. Mittlerweile hat eine sanfte Morgenbrise den Regen verblasen, aber Wind kann man schon gar nicht gebrauchen. Die Verschlußzeiten fallen ins Bodenlose, als ich aufsah waren wir in eine dicke Nebelwand gehüllt.

 

5:40 Wieder abwarten. Ich befasse mich mit der Frage, ob  durch  den Wassereintritt in den Schuhen  meine Zehen abgekühlt  werden  oder  diese fähig sind,  das Wasser auf Körpertemperatur zu erwärmen.   Bei  Temperaturen von gerade einmal 10 Grad  eine durchaus relevante Frage, wie ich finde. 

 

6:00 Hurra, die Stechmücken (Gelsen) beginnen ihr Tagwerk. Die haben in dieser verlassenen Gegend noch nie einen Menschen gesehen…. Vielleicht gerade deshalb scheinen sie von diesem Frühstück entzückt zu sein.

 

7:00 Endlich wird unsere Geduld belohnt. Die Wolken haben  sich  verzogen, jetzt heißt es die verbleibende Zeit mit fotografieren zu nutzen. Der Hang wird nicht mehr lange im Schatten liegen und wenn die ersten Sonnenstrahlen über den Berg kommen, dann gehen die Temperaturen sprungartig nach oben. Trotz kürzerer Belichtungszeiten ist es immer noch ein Geduldsspiel, denn die ersten Teile des Tales sind schon sonnendurchflutet was zu einer kleinen aber nervigen Thermik führt.  

7:30 Die ersten Wanderer versammeln sich um meine Kamera, während ich auf Motivsuche bin. „Das ist eine Sony, der hat keine Ahnung von Fotografie“ höre ich den Häuptling zu seiner achselzuckenden Frau sagen. Ich tue so, als sei ich schwerhörig…. der Clan zieht ab.

 

8:00 Die ersten Sonnenstrahlen durchfluten den Hang, die Falter beginnen sich aufzuwärmen  und nun sieht man, was zuvor übersehen wurde.  Es wird zunehmend wärmer, in meinen Schuhen ist scheint die Gährung in vollem Gange zu sein. 

8:30 Meine Frau und ich haben in der Nähe eines Weges Stellung  bezogen  und teilen uns ein Motiv. Der rote Apollo ist ein sehr dankbares Motiv, er sitzt noch immer regungslos auf seinem Ansitz. Wieder kommt ein Wanderer vorbei betrachtet unsere Kameras  und fragt uns, was wir hier machen. Noch bevor ich meinen Gedanken Ausdruck verleihen kann rettet Elke die Situation und erklärt, dass wir hier Schmetterlinge fotografieren. Es entsteht ein kurzes und durchaus nettes Gespräch, bevor er seines Weges geht.  Gott sei Dank erkundigte er sich nicht nach dem Fabrikat der Kameras….da haben wir aber Glück gehabt!

 

10:00 An ein fotografieren ist auf Grund der hohen Temperaturen, des leichten Windes und meiner mittlerweile „brodelnden“  Zehen nicht mehr zu denken. Wir „klappern“ noch ein paar „Locations“ in unserem Gebiet ab und begeben uns anschließend mit  einigen gelungenen Aufnahmen ( man möchte es kaum glauben, das geht mit Sony ) auf die Heimreise.


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Kommentare: 1
  • #1

    Dieter Test (Mittwoch, 01 Juni 2016 10:28)

    teste mal catcha