Makros August 2017

2. August, die nächste länger andauernde Hitzewelle mit extremen Temperaturen. Ein Hitzerekord jagt den Nächsten, teilweise Temperaturen, welche man seit Beginn der Aufzeichnungen noch nicht gemessen hatte. Letzte Woche hatten wir noch "fröstelnde 8 Grad in der Früh und Schnee bis auf 2000m. Heute Früh hatte es schon 24 Grad um 4 Uhr früh, eine Südströmung mit heißen Wind aus Afrika verhinderte derzeit eine größere Abkühlung in der Nacht. Dennoch fuhren wir wieder ins Makrogebiet, auch wenn die Voraussetzungen zum Fotografieren natürlich nicht gerade gut waren. Zumindest wollten wir uns einen Überblick verschaffen, ob wieder mehr Falter im Gebiet sind. Leider wurden wir auch hier wieder enttäuscht. Zudem waren die anwesenden Falter auf Grund der hohen Temperaturen um 6 Uhr früh auch schon aktiver als sonst. Zumindest ein Bläuling hatte Erbarmen mit dem frustrierten Fotografen und lies sich ablichten. Die wenigen Falter (Dicki, Schecki und Blaue), welche im Gebiet waren, ergriffen die Flucht, noch bevor wir unsere Kameras in Stellung bringen konnten. Zumindest einen neuen Hang haben wir gefunden, welchen wir die nächsten Tage inspizieren werden. Schlussendlich ergriffen wir an diesem 2ten August frühzeitig die Flucht vor der Hitze, welche ja noch ein paar Tage anhalten soll.

4. August, und wieder geht es in unser Makrorevier. Tagwache ist wie üblich 4 Uhr früh, damit wir rechtzeitig dort sind und auch ausreichend Zeit für die Motivsuche haben. Derzeit ist es vor allem auch die einzige Tageszeit, wo es sich im Freien aushalten lässt. Die Temperaturen waren in der Früh schon bei 18 Grad auf 1700m Seehöhe. Wie schon vor 2 Tagen sind unsere Motive rar gesät. Ein paar Bläulinge, einige Scheckenfalter haben wir noch schlafend gefunden, für einen Komma-Dickkopffalter packte ich dann auch die Kamera aus. Als die Sonne dann den Hang streifte, begegneten uns noch ein großer Perlmuttfalter sowie ein Distelfalter. Alles in allem zu wenig für diese Zeit.

Auf dem Rückweg blieben wir noch auf der anderen Talseite stehen, denn eine Waldwiese schien uns recht vielversprechend zu sein. Dort tummelten sich einige große Perlmuttfalter, ein paar C-Falter, Distelfalter und jede Menge anderer Falter. Mittlerweile war es schon 10:30 und bei 28 Grad und Wind war an kein Foto mehr zu denken. Wir werden morgen diese Wiese am frühen Morgen nochmals besuchen, wohlwissend, dass die meisten der gesichteten Falter in der Früh dort nicht sein werden.

5. August: Leider gingen am Vorabend heftige Gewitter mit Sturm und Starkregen nieder. Daher hielten sich unsere Erwartungen für den heutigen Tag in Grenzen, denn auch Falter suchen bei solchen Unwettern Schutz. Eigentlich hätte man mal "ausschlafen" können, aber die Neugier war dann doch zu groß. Eigentlich sollte es ja abgekühlt haben und vielleicht haben wir ja großes Glück. Im Gebiet angekommen bestätigte sich leider, was am Vorabend auf der Wetterapp schon zu sehen war. Viele umgebogene Halme, kleinere Wasserlacken... muss wohl heftig gewesen sein. Nach den ersten paar Schritten in der Wiese bestätigten meine Zehen auch schon, was meine Augen zuvor schon erkannten. Es ist naß, sehr naß :-). Einzig die Temperaturen waren kein bisschen besser als die Vortage, wieder 20 Grad auf dieser Höhe. Wir fanden einige Bläulinge, welche aber um diese Zeit schon sehr agil waren, ebenso wie eine Armee von Stechmücken, welche über das Frühstück geradezu begeistert waren. Von den am Vortag gesehenen Edelfalter fehlte erwartungsgemäß jede Spur... aber das ist eine andere Geschichte.

Schlussendlich packte ich wieder einmal für einen Dickkopffalter meine Kamera aus, damit wir zumindest nicht ganz ohne Fotos und nur mit unzähligen Gelsenstichen nach Hause kommen.

14. August: Nach einer Woche Regen und tiefen Temperaturen hat es uns am ersten warmen Tag wieder an unsere Makroplätzchen gezogen. Überrascht waren wir von der Vielzahl an Bläulingen, jedoch ließen die anderen Falter in der Anzahl zu wünschen übrig. Neben einem einzigen frischen roten Apollo mit beidseitigem Flügelschaden sahen wir noch vereinzelt Schecken- sowie Dickkopffalter. Leider zu spät entdeckten wir noch einige Weißdolchbläulinge, hier reichte es aber zumindest noch für ein Foto. Etwas später flogen uns dann noch schon etwas ältere große Perlmuttfalter und ein Gelbling über den Weg, für Fotos war es aber leider schon zu spät.

18 August: Eigentlich wollten wir nochmals Weißdolch-Bläulinge fotografieren, aber leider waren diese nicht mehr im Habitat anzutreffen.

Neben einigen Bläulingen fanden wir ein kleines Wiesenvögelchen, welches mit uns sehr geduldig war und sich trotz der hohen Temperaturen noch fotografieren lies.  Generell vermissen wir dieses Jahr viele Falter, welche in den letzten Jahren um diese Jahreszeit zahlreich vertreten waren. Erstmals fanden wir in unserem Gebiet dieses Jahr dafür eine Wespenspinne. In den mehr als zehn Jahren, wo wir regelmäßig dieses Gebiet besuchen, haben wir bisher auf dieser Höhenlage (ca 1700m)  noch nie eine angetroffen.


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