Leider kommen wir derzeit beruflich bedingt sehr wenig bis gar nicht zum Fotografieren. Eine Ausnahme sind hier Makros von Schmetterlingen, da wir in unserem Garten ein kleines Falterparadies realisiert haben. Mitllerweile eine lieb gewordene Tradition ist, dass eine langjährige Freundin von uns im Sommer für 3 Wochen zu uns kommt, um sich der Makrofotografie "hinzugeben". Die Erfahrung zeigt, dass wir eigentlich nur zum Fotografieren kommen, wenn wir Fotofreunde zu Besuch haben, da wir ansonsten die wenige Freizeit eher dazu nutzen, allfällige Tätigkeiten am Haus bzw. Grundstück zu machen. Dieses Jahr freuten wir uns besonders auf unseren Urlaub, da das Jahr beruflich bisher sehr herausfordernd war.
Bei bestem Wetter holten wir Vanessa also Mitte Juli vom Bahnhof Mittenwald ab. Vanessa hatte einige Falter auf der "to do"-Liste, welche sie letztes Jahr leider nicht oder nur unzulänglich fotografieren konnte. Mann ist bei der Makrofotografie von Schmetterlingen ja auch immer auf seine Modelle angewiesen und wenn diese anderes "im Schilde führen", dann hat man das Nachsehen.
Es reicht ja schon, wenn ein Falter auf dem Ansitz "tänzelt" oder eventuell sich dem Nektar der Blüte "hingibt" Minimale Bewegungen des Falters und er ist nicht mehr in der Schärfenebene. Ebenfalls ein Feind der Makrofotografie sind Wind oder diese frühmorgendliche Thermik in den Bergen. Wer also glaubt, man baut sein Stativ auf und "schießt los", der irrt sich gewaltig. Selbst bei besten Verhältnissen kann die Einrichtung von Kamera und Stativ schon mal 10 min in Anspruch nehmen.
Nach dem nassen Juni würde die Natur auch ein paar sonnige Tage dringend benötigen. Zudem Hatten wir Anfang Juni einen kräftigen Hagel, der leider ein Bild der Verwüstung in unserem Garten anrichtete.
Die Wettervorhersagen für die kommende Woche waren zudem auch nicht sehr berauschend und somit wollten wir zumindest den noch sonnigen Sonntag dafür nutzen, einige "kleine Eisvögel" zu erwischen, welche bei uns recht zahlreich im Garten zu finden sind. Das frühe Aufstehen am Sonntag erwies sich "goldrichtig", wir fanden einige hübsche Exemplare, welche zudem auch noch sehr kooperativ waren. Was für ein "Einstand", so kann es weitergehen. Die prognostizierten Regentage werden wir überstehen und zudem kann man ja mit richtiger Kleidung und Schirm durchaus auch fotografieren gehen. Natürlich hält sich der Spaß dann aber in Grenzen, das sollte jedem klar sein. Allerdings erwiesen sich gerade kühlere Tage mit leichten Regenschauern auch schon oft als recht förderlich, da natürlich dann auch die Falter nicht in "Fluglaune" sind.
Aber natürlich suchen sich Falter dann auch ein schützendes Plätzchen oder verkriechen sich tief im Gras, was das Finden leider nicht erleichtert. Gut, es gibt immer ein paar verwegene Arten, welche Wind und Wetter trotzen.... aber die haben wir halt auch schon mehr als oft fotografiert und hier packen wir dann natürlich die Kamera erst gar nicht mehr aus. Auf Grund der Wettervorhersage beschränkten wir uns die folgenden Tage bei der Motivsuche auf unseren Garten, da "unsere" Makrogebiete alle in Höhen zwischen 1600 und 2000m liegen und man da bei bei Schlechtwetter eher nichts zu suchen hat.
Schlussendlich wurden wir an den darauffolgenden Tagen doch fündig und konnten einige Falter ablichten. Zwar waren es nicht die erwünschten Falter, aber es entstanden trotzdem ein paar schöne Aufnahmen. An den nun folgenden 4 Tagen war an Fotografie gar nicht zu denken, denn es schüttete wie "aus Kübeln". Wir vertrieben uns die Zeit mit "shoppen". Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt soviele unterschiedliche Einkaufszentren von innen gesehen hatte. Normalerweise meide ich diese mittlerweile wie der "Teufel das Weihwasser". Auch sprechen mich die Shops darin immer weniger an..... man merkt halt, mit zunehmendem Alter entfernt man sich auch von der "Kern-Zeilgruppe"!
Mittlerweile, zugegeben ein Akt der Verzweiflung, hatten ich schon 3 unterschiedliche Handy-Apps in Betrieb, um eventuelle Regenpausen oder gar Sonnenfenster zu nutzen und auf Faltersuche zu gehen.
Endlich, am 5. Tag unserer Durststrecke war schönes Wetter angesagt und der nächste Regen sollte erst im Laufe der Nacht kommen. Der Plan war, den "roten Apollos" einen Besuch abzustatten. Auch wenn ich diese schon zig Mal fotografiert
habe, so erfreut es mich jedes Mal, wann diese wieder in ansprechender Zahl in ihrem Habitat fliegen. Dies ist ja leider, in Zeiten des Klimawandels, keine Selbstverständlichkeit mehr. Als Natur- und Makrofotograf erkennt man die "Zeichen der Zeit" leider schon sehr deutlich. Unterschiedliche Arten sind in ihren Habitaten gar nicht mehr zu finden oder die Anzahl hat sich stark reduziert. Generell ist in den letzten 10 Jahre die Anzahl als auch die Artenvielfalt drastisch zurückgegangen und teilweise dafür Arten heimisch geworden, welche man vor einigen Jahren hier nicht vermutet hätte.
Die Aufnahmen vom roten Apollo werden mir noch lange in Erinnerung bleiben, da die angekündigte Schlechtwetterfront mit Starkregen und Gewitter schon am späten Nachmittag deutlich am Himmel sichtbar war. Ich wußte, es würde uns nicht allzu viel Zeit bleiben, aber das Motiv war zu reizvoll. Zudem schob die Front noch Sturmböhen vor sich her und somit wurde das Fotografieren zum Drama. Eigentlich wollten wir auf Grund des
starken Windes und des pechschwarzen Himmels schon zusammenpacken, aber ich wollte diese Aufnahme einfach nicht aufgeben. Es gab immer wieder minimale Phasen mit wenig Wind, in welcher man schnell die Kamera ausrichten und abdrücken mußte. Dicht über dem Motiv hatten wir einen Regenschirm platziert, den wir nur mit Müh und Not festhalten konnten. Zudem kühlte es drastisch ab und der einsetzende
Regen machte es auch nicht erträglicher. Schlußendlich wurden wir für unser Durchhaltevermögen belohnt und schafften den Abstieg noch rechtzeitig, bevor sich im Gebiet ein schweres Gewitter "entfaltete". In den darauf folgenden Tagen war das Wetter leider auch nicht unser bester Freund, aber hin und wieder konnten wir doch die ein oder andere Makrotour starten. Schlußendlich muss man es "sportlich" sehen, es gibt bessere und schlechtere Jahre. Alledings sollte dieser Urlaub für mich noch eine ganz besondere Überraschung parat haben. Es gibt Falter, denen ich schon jahrelang "hinterherlaufe", obwohl sie im Grunde nicht selten sind. Wie gesagt, es gehört auch immer wieder einiges an Glück dazu und so passierte
es, dass wir dieses Jahr einige kleine Perlmuttfalter erstmalig in unserem Garten begrüßen durften. Dieser kleine Geselle war, neben unserem Abenteuer mit dem abenteuerlichen "Apollo-shooting" mein absolutes"Highlight" in diesem Jahr. Zudem muss ich auch noch festhalten, dass wir dieses Jahr auch erstmalig den "Storchschnabelbläuling bei uns im Garten gefunden hatten. Ein guter Fotofreund fragte mich 2 Wochen zuvor beim Betrachten der Storchschnabelpflanze noch, wo denn der dazugehörige Falter sei ? Ich antwortete da noch, dass der bei mir im Garten nicht fliegt....und siehe da, wie kann man sich täuschen !













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